01 · Messprotokolle zu Debriefing verdichten
Ein einziger Windkanal-Testtag produziert hunderte Messwerte, Konfigurationsnotizen und Zwischenläufe. Daraus jeden Montag eine verständliche Zusammenfassung fürs Kunden-Debriefing zu bauen, kostete früher einen halben Arbeitstag. Franka musste Zahlen aus verschiedenen Dateien zusammensuchen und in eine erzählbare Form bringen. Der zeitliche Druck führte immer wieder dazu, dass interessante Nebenbefunde untergingen.
02 · Teure Kanalzeit exakt takten
Der Windkanal ist nur gemietet, jede Stunde ist fest budgetiert und knapp. Wenn ein Modell nicht rechtzeitig fertig ist oder eine Konfiguration nachjustiert werden muss, gerät der ganze Testtag ins Rutschen. Franka jongliert ständig zwischen dem, was die Ingenieure prüfen wollen, und dem, was in der verfügbaren Zeit realistisch messbar ist. Ein einziger verlorener Lauf kann eine ganze Fragestellung auf den nächsten Testtermin verschieben.
03 · Abstimmung mit CFD und Modellbau
Vor jedem Testtag muss klar sein, welche Konfigurationen gemessen werden — abgestimmt mit der Simulation von Dr. Jonas Petersen und den physischen Modellen von Sven Kilic. Ändern sich kurzfristig Prioritäten, muss Franka Modellbau-Reihenfolge und Messplan neu sortieren. Kommen Zeichnungsstände oder Messziele verspätet, bleibt zu wenig Puffer für die Vorbereitung. Diese Schnittstelle ist ihr größter Zeitfresser neben der Auswertung.
04 · Reglementkonforme Messbedingungen sichern
Windkanal-Messungen müssen unter definierten, reglementkonformen Bedingungen laufen, damit die Ergebnisse für den Kunden belastbar sind. Franka prüft Kalibrierung, Anströmung und Modellmaße vor jeder Kampagne. Übersieht man hier eine Abweichung, sind im schlimmsten Fall die Daten eines ganzen Testtags nicht verwertbar. Die Dokumentation dieser Randbedingungen frisst zusätzlich Zeit, ist aber unverzichtbar.
05 · Vergleichbarkeit über Testtage hinweg
Ein Entwicklungspaket wird über mehrere Testtage hinweg schrittweise vermessen — oft mit Wochen Abstand. Damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben, müssen Referenzläufe und Randbedingungen konsistent dokumentiert sein. In der Praxis liegen die Daten aber in getrennten Protokollen verstreut. Franka verbringt viel Zeit damit, alte Läufe herauszusuchen, um zu belegen, ob eine Verbesserung real ist oder nur Messstreuung.
06 · Nebenbefunde gehen unter
In der Hektik einer Messschicht fällt oft eine Auffälligkeit auf, die nicht zum eigentlichen Prüfziel gehört — ein unerwartetes Strömungsverhalten, eine Instabilität bei bestimmten Winkeln. Solche Beobachtungen werden hastig notiert und geraten später in Vergessenheit. Franka ärgert sich, wenn ein wertvoller Hinweis für ein Folgeprojekt verloren geht, nur weil er nicht sauber festgehalten wurde. Genau hier soll die strukturierte Aufbereitung künftig gegensteuern.